Editorial
Liebe Leserinnen, Liebe Leser,
herzlich willkommen zur neuen Ausgabe der ProChip. „Back to the roots“, möchte ich an der Stelle fast sagen. Nach zwei rein digitalen Ausgaben erscheint sie wieder gedruckt. Denn so praktisch digitale Formate auch sind, gerade im persönlichen Austausch zeigt sich, dass diese Variante ihren ganz eigenen Wert hat. Etwas in die Hand nehmen, darin blättern, einen Beitrag markieren oder die Ausgabe weiter- geben – das gehört zu guter Kommunikation. Natürlich wird die ProChip weiterhin auch digital verfügbar sein.
Thematisch haben wir Ihnen dieses Jahr wieder einiges Spannendes mitgebracht. Neue Technologien, geopolitische Verschiebungen und der wachsende Wunsch nach digitaler und wirtschaftlicher Souveränität verändern die Diskussion im Zahlungsverkehr. Zugleich entstehen neue Zahlungslösungen, während etablierte Systeme vor der Aufgabe stehen, ihre Stärken in eine zunehmend digitale Zukunft zu überführen.
Wie diese Zukunft aussehen kann, darüber wird derzeit intensiv diskutiert. Welche Rolle kann der digitale Euro spielen? Was bedeutet Wero für den europäischen Zahlungsverkehr? Welchen Stellenwert werden nationale Zahlungssysteme wie die girocard künftig in einer europäischen Zahlungslandschaft haben? Und – ganz wichtig – wie entwickelt sich die Debitkarte der deutschen Banken und Sparkassen weiter?
Wir freuen uns deshalb besonders über die vielfältigen Beiträge in dieser Ausgabe. In unserem Schwerpunkt beleuchten Oliver Hommel und Susanne Raupbach die Rolle nationaler Zahlungs- systeme. Tanja Müller-Ziegler, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken, zeigt in ihrem Gastbeitrag, warum privatwirtschaftliche Zahlungssysteme ein wichtiger Baustein für Europas digitale Souveränität sind.
Dass die ProChip selbst in diesem Jahr auf 20 Jahre zurückblickt, passt dabei besonders gut zu diesem Blick in die Zukunft. Seit zwei Jahrzehnten begleitet unser Magazin die Entwicklungen der Zahlungsbranche, dokumentiert Veränderungen und bringt unterschiedliche Stimmen und Perspektiven zusammen. Vieles hat sich seither verändert. Und doch bleiben zentrale Fragen erstaunlich aktuell: Wie wollen wir bezahlen? Welche Infrastruktur brauchen wir dafür? Und wie schaffen wir es, Inno- vation und Vertrauen miteinander zu verbinden?
Der Zahlungsverkehr bleibt also in Bewegung. Wir laden Sie ein, die unterschiedlichen Perspektiven mit uns zu entdecken.
Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre!
Ihr
Ingo Limburg
Vorstandsvorsitzender der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.